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CONFIGLANE

Für Systemhäuser · Zusammenarbeit

Senior-Kapazität einkaufen, ohne die Kundenbeziehung abzugeben

Die unangenehmste Variante dieser Situation ist nicht, ein Projekt abzusagen. Sie ist, es anzunehmen und dann festzustellen, dass die eine Person, die es tragen könnte, bis Oktober in einem anderen Projekt steht.

Von ConfiglaneVeröffentlicht 5 Min. LesezeitEnterprise Networks

Das Wichtigste in Kürze

  • Zugekaufte Kapazität ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Kalkulationsentscheidung: Ein Senior für Cisco, Security oder Automation lohnt sich fest erst ab einer bestimmten Zahl gleichartiger Projekte im Jahr.
  • Die drei üblichen Modelle unterscheiden sich vor allem darin, wer das Ergebnis schuldet — Zeit, Werk oder ein vollständiges Teilprojekt unter Ihrem Auftritt.
  • Vier Punkte gehören unabhängig vom Modell in den Vertrag: Rollen, Kundenschutz, Vertraulichkeit und die Übergabe der Artefakte.
  • Die Zusammenarbeit scheitert selten an Technik. Sie scheitert an unklaren Zuständigkeiten im Störungsfall und an einer Dokumentation, die beim Dienstleister bleibt.

Für ein Systemhaus ist die knappe Ressource selten der Vertrieb und fast nie die Hardware. Sie ist die Person, die eine Campus-Migration verantworten kann, ohne dass jemand mitliest. Diese Person ist teuer, schwer zu finden und in der Regel gerade woanders eingesetzt.

Wann Zukauf die richtige Entscheidung ist

Die Frage ist keine Glaubensfrage, sondern eine Auslastungsrechnung. Ein fest angestellter Senior für ein Spezialgebiet trägt sich, wenn genug gleichartige Projekte im Jahr anfallen, um ihn ausgelastet und fachlich scharf zu halten. Beides zählt: Ein Spezialist ohne regelmäßige Projekte in seinem Gebiet verliert die Fähigkeit, für die er eingestellt wurde.

Zukauf ist deshalb typischerweise dann richtig, wenn eines dieser Muster vorliegt: Das Spezialgebiet kommt bei Ihnen zwei- bis fünfmal im Jahr vor. Ein einzelnes Projekt ist größer als das, was Ihr Team nebenher tragen kann. Oder Sie brauchen für eine begrenzte Zeit eine zweite Meinung mit Verantwortung, nicht nur mit Meinung.

Drei Modelle — der Unterschied liegt im Ergebnis

ModellWer schuldet wasPasst, wenn
ZeitbasiertVerfügbarkeit und Qualifikation, nicht das ErgebnisIhr Team führt, Sie brauchen zusätzliche Hände mit Tiefe
WerkbezogenEin definiertes Ergebnis mit AbnahmeDer Umfang ist klar beschreibbar — Migration, Design, Assessment
White-Label-TeilprojektEin vollständiges Gewerk unter Ihrem AuftrittDer Kunde soll einen Ansprechpartner sehen: Sie
Übliche Formen zugekaufter Engineering-Kapazität

Die Modelle sind kombinierbar und werden es in der Praxis auch: ein werkbezogenes Design, danach zeitbasierte Begleitung beim Rollout. Wichtig ist nur, dass zu jedem Zeitpunkt klar ist, welches gerade gilt — daraus folgt, wer im Zweifel entscheidet.

Was in den Vertrag gehört

  1. Rollen und Entscheidungswege

    Wer spricht mit dem Endkunden, wer entscheidet fachlich, wer gibt Changes frei? Ohne diese drei Antworten entsteht im ersten Konflikt eine Lücke, die der Kunde bemerkt.

  2. Kundenschutz

    Eine klare Abrede, dass der Endkunde Ihr Kunde bleibt — keine Direktansprache, kein eigenes Angebot, auch nicht nach Projektende. Das ist die Grundlage dafür, dass Sie den Dienstleister überhaupt an Ihren Kunden lassen.

  3. Vertraulichkeit

    Eine NDA, die auch die Zugangsdaten, die Netzdokumentation und die Erkenntnisse aus dem Assessment umfasst. In der Regel ist das die NDA Ihres Kunden, weitergereicht.

  4. Übergabe der Artefakte

    Alles, was entsteht — Designdokument, Konfigurationsvorlagen, Testberichte, Abnahmeprotokoll —, geht in Ihren Besitz über und in Ihre Werkzeuge. Das ist der Punkt, an dem sich langfristige Abhängigkeit entscheidet.

  5. Verhalten im Störungsfall

    Nach der Abnahme ruft der Kunde bei Ihnen an. Geregelt sein muss, wie Sie den ursprünglichen Bearbeiter erreichen, in welcher Zeit und bis wann — sonst ist die Übergabe eine Zäsur statt eines Übergangs.

Die drei Fehler, die die Kundenbeziehung kosten

  • Der Direktkontakt ohne Absprache. Ein Techniker, der dem Endkunden nebenbei eine bessere Lösung vorschlägt, meint es gut und beschädigt trotzdem Ihre Position. Das ist eine Frage der Vereinbarung und der Disziplin, nicht des guten Willens.
  • Die Zuständigkeitslücke nach der Abnahme. Das Projekt ist fertig, der Zugekaufte ist weg, die erste Störung kommt drei Wochen später. Wenn dann niemand die Entstehungsgeschichte kennt, war die Übergabe unvollständig.
  • Die Dokumentation, die beim Dienstleister bleibt. Wenn Sie den Zielzustand nur als PDF haben, aber nicht die Vorlagen und Daten, aus denen er entstanden ist, können Sie ihn nicht fortschreiben. Damit ist der nächste Change wieder ein Zukauf — diesmal ohne Wahl.

Der dritte Punkt ist der entscheidende und wird am häufigsten übersehen. Deshalb liefern wir unsere Arbeit als Artefakte aus, die ohne uns weiterverwendbar sind. Welche das je Projektstufe sind, beschreibt der Beitrag über die Abnahme eines Netzprojekts.

Wie wir das halten

Wir liefern unter Ihrem Partnerauftritt — mit klaren Rollen, Kundenschutz und NDA. Der Endkunde bleibt Ihr Kunde; wir treten so auf, wie Sie es festlegen. Was wir dabei nicht anbieten, sagen wir vorher: Wir sind kein Cisco-Partner, und wir übernehmen keine Beschaffung. Was wir liefern, ist Engineering-Kapazität mit CCNP-zertifizierten Engineers und eine Arbeitsweise, deren Ergebnisse Sie behalten.

Details zur Zusammenarbeit und zu den Feldern, in denen wir liefern, stehen unter Unternehmensnetze, Network Automation und Netzwerk-Security.

FAQ

Häufige Fragen zur White-Label-Zusammenarbeit

Tretet ihr beim Endkunden unter eurem Namen auf?

Nur wenn Sie es so wollen. Im White-Label-Modell treten wir unter Ihrem Partnerauftritt auf; in anderen Konstellationen als benannter Nachunternehmer. Beides funktioniert — wichtig ist, dass es vor dem ersten Kundentermin entschieden und beim Endkunden nicht widersprüchlich kommuniziert ist.

Wie ist der Kundenschutz geregelt?

Vertraglich und ohne Ausnahme: Der Endkunde bleibt Ihr Kunde. Keine Direktansprache, kein eigenes Angebot an ihn, auch nicht nach Projektende. Ohne diese Zusage wäre die Zusammenarbeit für ein Systemhaus wirtschaftlich nicht vertretbar, und das ist uns bewusst.

Was passiert nach der Abnahme?

Sie erhalten alle Artefakte — Design, Konfigurationsvorlagen, Testberichte, Abnahmeprotokoll — in einer Form, mit der Ihr Team weiterarbeiten kann. Ob wir danach für Rückfragen oder im Störungsfall erreichbar bleiben, wird vorher vereinbart und ist kein Automatismus in die eine oder andere Richtung.

Ab welcher Projektgröße lohnt sich das?

Es gibt keine Untergrenze in Tagen, wohl aber eine in Klarheit: Der Umfang muss beschreibbar sein. Ein zweitägiges Assessment mit klarem Ergebnis funktioniert; ein unscharfes „schaut euch das mal an“ über Monate funktioniert für keine Seite gut. Wenn die Aufgabe unklar ist, ist ein kleines, klar umrissenes Assessment der bessere erste Schritt.

Nächster Schritt

Gilt das auch für Ihr Netz?

Ein Assessment beantwortet die Frage an Ihrer Infrastruktur statt an einem Beispiel — mit einem belastbaren ersten Change am Ende.

Assessment anfragen

Assessment → belastbarer erster Change