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Architektur · Entscheidung

Meraki oder Catalyst: Die Frage hat sich verschoben

„Meraki oder Catalyst“ klang lange nach einer Hardwarefrage. Sie ist längst eine Betriebsfrage: Wer verwaltet das Netz, womit, und was passiert mit dem Gerät, wenn man den Verwaltungsweg wechselt. Seit dem Auslaufen von Cloud Monitoring im März 2026 ist auch der bequeme Zwischenweg weg.

Von ConfiglaneVeröffentlicht 6 Min. LesezeitCisco Meraki

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt drei Wege, nicht zwei: Meraki-Hardware im Dashboard, Catalyst klassisch mit IOS XE, und Catalyst-Hardware im Meraki-Dashboard über Cloud Management mit IOS XE.
  • Cloud Monitoring für Catalyst ist ausgelaufen. Der 31. März 2026 war der letzte Tag, an dem die Funktionen liefen; neue Switches lassen sich nur noch direkt über Configuration Source: Device ab IOS XE 17.15.3 einbinden.
  • Eine Migration in den Meraki-Verwaltungsmodus führt einen Werksreset durch: Konfiguration weg, Dateisysteme neu formatiert, danach kein Konsolenzugang mehr außer Hardware- und Boot-Ausgaben.
  • Der Rückweg existiert, ist aber ein Vorgang mit Support-Fall, DNA-Lizenzbestellung und erneutem Werksreset. Wer wechselt, sollte es einmal tun.

Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch: Meraki oder Catalyst? Sie wird meist gestellt, als ginge es um zwei Produktlinien, zwischen denen man sich wie zwischen zwei Autos entscheidet. Tatsächlich geht es um den Verwaltungsweg — und der ist inzwischen die Entscheidung mit den härteren Folgen.

Drei Wege, nicht zwei

  • Meraki-Hardware im Meraki-Dashboard. MX, MS und MR, cloud-verwaltet von Anfang an. Der Weg mit dem geringsten Betriebsaufwand und der klarsten Grenze: Was das Dashboard nicht kann, geht nicht.
  • Catalyst mit IOS XE, klassisch verwaltet. Über CLI, über Automatisierung oder über Catalyst Center. Die volle Tiefe der Plattform, dafür der volle Betriebsaufwand — und die Freiheit, jede Funktion zu nutzen, die IOS XE mitbringt.
  • Catalyst-Hardware im Meraki-Dashboard. Cloud Management mit IOS XE: dieselben Catalyst-9000-Switches, verwaltet über das Meraki-Dashboard. Der Weg, der die beiden Welten verbindet — und der Weg, bei dem die Details zählen.

Was zum 31. März 2026 endete

Zwischen den Welten gab es lange einen bequemen Zwischenschritt: Cloud Monitoring für Catalyst. Catalyst-Switches erschienen im Meraki-Dashboard, weitgehend lesend — Statistiken, Konfigurationsdetails, Fehlersuche —, ohne die Verwaltung abzugeben. Dieser Zwischenschritt ist Geschichte.

DatumWas gilt seitdem
1. Mai 2025Nur noch Organisationen mit bereits eingebundenen Cloud-Monitoring-Switches können weitere aufnehmen
1. November 2025Letzter Tag, an dem überhaupt eine Organisation über die Onboarding-Anwendung einbinden konnte
31. März 2026Letzter Tag, an dem die Cloud-Monitoring-Funktionen für Switching funktionierten
Die Abkündigung von Cloud Monitoring für Catalyst

Das Ende war zweimal angekündigt: Ursprünglich stand der 31. Januar 2026 im Raum, das Datum wurde um zwei Monate verlängert. Wer die Verlängerung als Signal gelesen hat, dass es noch weitere geben würde, steht jetzt vor der Migration ohne Zwischenstufe.

Was eine Migration in den Meraki-Modus tatsächlich bedeutet

Eine Catalyst-Hardware in den Meraki-Verwaltungsmodus zu überführen, ist kein Umschalten. Meraki beschreibt es ohne Beschönigung: Während der Migration führt der Switch einen Werksreset durch. Der Reset löscht die Konfiguration des Geräts und formatiert die Dateisysteme neu — auf dem Gerät und auf jedem angeschlossenen USB-Laufwerk.

Der Rückweg existiert, ist aber kein Rückgängigmachen: Für die Migration von Cisco-Catalyst-9000-Switches aus der Meraki-Verwaltung zurück in die DNA-/CLI-Verwaltung verweist Meraki auf den Support, verlangt eine DNA-Lizenzbestellung — und auch dieser Weg setzt den Switch auf Werkseinstellungen zurück und löscht alle Konfigurationen. Der ausdrückliche Hinweis der Dokumentation lautet, vorher eine Kopie der Dateien zu sichern.

Wann was passt

Aus alldem folgt keine Empfehlung für eine Marke, sondern eine für eine Betriebsform. Die Frage ist nicht, welche Hardware besser ist — beide sind Cisco, beide sind ausgereift. Die Frage ist, welchen Betrieb Sie tatsächlich führen können und wollen.

  1. Viele Standorte, wenig IT-Personal

    Meraki-Hardware im Dashboard. Der Standard trägt sich über Templates, der Betrieb braucht keine CLI-Kompetenz je Standort, und die Grenze der Plattform ist selten die Grenze des Bedarfs.

  2. Tiefe Campus-Anforderungen, eigenes Netzteam

    Catalyst klassisch. Wo Routing-Tiefe, Sonderprotokolle oder bestehende Automatisierung zählen, ist der Verzicht auf die Kommandozeile ein echter Verlust und kein Komfortgewinn.

  3. Catalyst im Bestand, Wunsch nach einer Oberfläche

    Cloud Management mit IOS XE — aber als geplante Migration mit Bestandssicherung, nicht als Versuch. Der Werksreset macht daraus einen Change mit Wartungsfenster.

  4. Gemischt, und das bleibt so

    Die häufigste Realität: Zentrale klassisch, Filialen cloud-verwaltet. Das ist keine Übergangslösung, sondern eine legitime Architektur — solange die Naht zwischen beiden bewusst entworfen ist.

Die Frage, die vor der Markenfrage steht

Bevor Meraki oder Catalyst entschieden wird, gehört eine andere Frage beantwortet: Wer betreibt das Netz in drei Jahren, und mit welchen Fähigkeiten? Ein Dashboard, das niemand diszipliniert führt, erzeugt genauso Wildwuchs wie eine CLI, die niemand beherrscht. Die Plattform entscheidet nicht über die Qualität des Betriebs — sie entscheidet nur, welche Art von Disziplin er verlangt.

Wie wir beide Wege planen und betreiben, steht unter Cisco Meraki und Enterprise Networks. Was die Lizenzseite dazu beiträgt, behandelt der Beitrag zu den Meraki-Lizenzmodellen; die Struktur eines Rollouts über viele Standorte der Beitrag zum Meraki-Rollout.

Quellen

Jede belegte Aussage dieses Beitrags ist hier nachvollziehbar. Das Abrufdatum sagt, wie frisch die Prüfung ist.

  1. Cloud Monitoring End of Service — Transition to Cloud Managementöffnet in neuem Tab

    Cisco Meraki Documentation · abgerufen am 26. August 2026

  2. FAQs: Migrate to Meraki management modeöffnet in neuem Tab

    Cisco Meraki Documentation · abgerufen am 26. August 2026

  3. Cloud Management with IOS XE Overviewöffnet in neuem Tab

    Cisco Meraki Documentation · abgerufen am 26. August 2026

FAQ

Häufige Fragen zu Meraki und Catalyst

Können wir unsere Catalyst-Switches im Meraki-Dashboard verwalten?

Ja, über Cloud Management mit IOS XE. Neue Switches werden direkt über Configuration Source: Device ab IOS XE 17.15.3 im Dashboard eingebunden. Der frühere Zwischenweg — Cloud Monitoring für Catalyst, weitgehend lesend — ist ausgelaufen: Der 31. März 2026 war der letzte Tag, an dem seine Funktionen liefen, und die zugehörige Onboarding-Anwendung ist nicht mehr verfügbar.

Was passiert mit der Konfiguration, wenn wir in den Meraki-Modus migrieren?

Sie ist weg. Während der Migration führt der Switch einen Werksreset durch, der die Konfiguration löscht und die Dateisysteme neu formatiert — auf dem Gerät und auf angeschlossenen USB-Laufwerken. Die Dokumentation weist ausdrücklich darauf hin, vorher eine Kopie der Dateien zu sichern. Praktisch heißt das: Wartungsfenster, Bestandssicherung, geplanter Change — kein Nebenbei.

Behalten wir CLI-Zugriff auf einen Meraki-verwalteten Catalyst?

Nein. Steht der Switch im Meraki-Verwaltungsmodus, gibt es keinen Konsolenzugang mehr. Am Konsolenport lassen sich weiterhin Ausgaben auf Hardware- und Boot-Ebene mitlesen, um Hardware-, Stack- oder Boot-Fehler zu untersuchen — aber nur lesend. Wer auf Skripte, Sonderkonfiguration oder bestehende Automatisierung über die Kommandozeile angewiesen ist, verliert diese Möglichkeit.

Ist die Migration umkehrbar?

Ja, aber nicht als Rückgängigmachen. Für den Weg zurück aus der Meraki-Verwaltung in die DNA-/CLI-Verwaltung verweist Meraki auf einen Support-Fall und verlangt eine DNA-Lizenzbestellung; auch dieser Schritt setzt den Switch auf Werkseinstellungen zurück und löscht alle Konfigurationen. Der Wechsel gehört deshalb entschieden, bevor er ausprobiert wird.

Können Meraki und Catalyst nebeneinander laufen?

Ja, und das ist die häufigste Realität im Mittelstand: klassisch verwaltete Zentrale, cloud-verwaltete Filialen. Das ist keine Übergangslösung, sondern eine tragfähige Architektur — vorausgesetzt, die Naht zwischen beiden Welten ist bewusst entworfen: Routing, Adressierung, Sicherheitsregeln und die Frage, wer im Störungsfall wo nachsieht.

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