Das Wichtigste in Kürze
- Die Bundesnetzagentur hat klare Bedingungen gesetzt: Ohne eine leistungsfähige gleichwertige Alternative wird das Kupfernetz nicht abgeschaltet.
- Ein Gebiet darf erst vollständig stillgelegt werden, wenn alle Kunden dort Gelegenheit zum Technologiewechsel hatten.
- Zwischen der ersten Information und der tatsächlichen Stilllegung sollten mindestens ein bis zwei Jahre liegen — Sie werden nicht überrascht, aber Sie sollten die Zeit nutzen.
- Der Aufwand liegt selten am Anschluss selbst, sondern an dem, was daran hängt: Telefonie, Router, Fernzugänge und Geräte mit fester Amtsleitung.
Für die meisten kleineren Firmen ist der Internetanschluss ein Kasten an der Wand, der seit Jahren läuft. Genau deshalb ist die Umstellung von Kupfer auf Glasfaser unangenehm: Sie betrifft etwas, um das sich lange niemand kümmern musste.
Die Regeln, die dabei gelten
Die Bundesnetzagentur beschreibt den Vorgang als schrittweise Umstellung der bestehenden Festnetzinfrastruktur für Internet und Telefonie. Drei Zusagen sind für Sie als Anschlussinhaber wichtig:
- Kein Abschalten ohne Ersatz. Ohne eine leistungsfähige gleichwertige Alternative wird das alte Kupfernetz nicht abgeschaltet.
- Erst wenn alle wechseln konnten. Ein Gebiet darf erst vollständig stillgelegt werden, wenn alle Kundinnen und Kunden dort Gelegenheit zu einem Technologiewechsel hatten.
- Vorlauf von ein bis zwei Jahren. Zwischen der ersten Information und der tatsächlichen Stilllegung sollten mindestens ein bis zwei Jahre liegen.
Was in Ihrem Haus daran hängt
Der Anschluss selbst wird vom Anbieter getauscht. Der Aufwand entsteht dahinter — und der wird regelmäßig unterschätzt, weil diese Geräte seit Jahren unauffällig funktionieren.
Telefonie
Klassische Telefonanlagen mit Amtsleitung brauchen entweder einen Adapter oder einen Nachfolger. Prüfen Sie früh, ob Ihre Anlage überhaupt noch Ersatzteile und Updates bekommt — oft ist die Umstellung der Anlass, sie abzulösen.
Router und Firewall
Ein Glasfaseranschluss endet auf einem anderen Gerätetyp als DSL. Ob Ihre vorhandene Firewall direkt angebunden werden kann oder ein zusätzliches Modem davor sitzt, entscheidet über Konfigurationsaufwand und Fehlersuche im Störungsfall.
Feste IP-Adressen und Fernzugänge
VPN-Zugänge, Fernwartung durch Lieferanten und Portweiterleitungen hängen oft an einer festen IP-Adresse. Ändert sie sich, funktioniert am Umstellungstag mehr nicht als erwartet.
Geräte mit eigener Leitung
Aufzugsnotruf, Brandmeldeanlage, Alarmanlage, EC-Terminal, Frankiermaschine: Alles, was eine eigene Amtsleitung nutzt, braucht eine eigene Antwort. Diese Geräte tauchen in keiner IT-Dokumentation auf und fallen deshalb zuerst aus.
Der Umstellungstag selbst
Planen Sie ihn wie einen Umzug: ein Zeitfenster, eine erreichbare Ansprechperson, eine Liste dessen, was danach geprüft wird. Ein Mobilfunk-Ersatz für den Notfall kostet wenig und erspart einen Tag ohne Erreichbarkeit.
Die Gelegenheit, die darin steckt
Eine Umstellung, die ohnehin kommt, ist der günstigste Zeitpunkt für zwei Dinge, die sonst schwer zu begründen sind. Erstens: eine zweite Leitung. Wenn ohnehin jemand am Anschluss arbeitet, kostet ein Mobilfunk-Rückfallweg wenig und beantwortet die Frage, was passiert, wenn der Bagger kommt.
Zweitens: aufräumen. Portweiterleitungen, die niemand mehr zuordnen kann, Fernwartungszugänge alter Lieferanten, das WLAN-Passwort von 2019 — all das steht am Umstellungstag ohnehin zur Diskussion. Wie wir kleine Netze planen, aufbauen und betreuen, steht auf unserer Seite für kleinere Unternehmen.
Was Sie jetzt tun können
- Bestandsaufnahme machen. Welche Geräte nutzen eine Telefonleitung? Welche Dienste hängen an der festen IP-Adresse? Eine Seite reicht.
- Vertragsunterlagen heraussuchen. Laufzeit, Bandbreite, zugesicherte Entstörzeit. Die Umstellung ist der natürliche Zeitpunkt, das zu prüfen.
- Ansprechpartner klären. Wer bekommt das Schreiben des Anbieters, und wer entscheidet? In vielen Firmen landet es in der Buchhaltung und bleibt dort liegen.
- Nicht auf den Brief warten, um zu planen. Der Vorlauf von ein bis zwei Jahren ist großzügig — er wird nur dann knapp, wenn man ihn ungenutzt verstreichen lässt.
Quellen
Jede belegte Aussage dieses Beitrags ist hier nachvollziehbar. Das Abrufdatum sagt, wie frisch die Prüfung ist.
- Glasfaser statt Kupfer — Verbraucherinformationöffnet in neuem Tab
Bundesnetzagentur · abgerufen am 2. August 2026
- Dem Kupfer folgt Glas: Antworten zur Netzumstellungöffnet in neuem Tab
Deutsche Telekom · abgerufen am 2. August 2026

